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Hundert Tage: Roman, by Lukas Bärfuss
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Pressestimmen
»Ein packend, oft überwältigend dicht erzählter Roman.« (Volker Hage, Der Spiegel)»Das Buch beweist: Der politische Roman kann tatsächlich aufwühlende Wirkungskraft entfalten.« (Sigrid Löffler, Literaturen)»'Hundert Tage' ist das Musterbeispiel eines politischen Romans  ein Roman über Politik, der seinerseits politisch ist: engagiert, Stellung beziehend, aufrüttelnd.« (Hannoversche Allgemeine Zeutng)„Politische Romane wie dieser, mit solcher Wucht und Dringlichkeit, werden in der deutschsprachigen Literatur nur selten geschrieben“ (Die Welt)
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun/Schweiz, ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatiker. Seine Stücke werden weltweit gespielt. Sein Debütroman »Hundert Tage« wurde ein enormer Erfolg, der für den Deutschen und den Schweizer Buchpreis nominiert war und in 15 Sprachen übersetzt wurde. Für seinen Roman »Koala« erhielt Lukas Bärfuss den Schweizer Buchpreis 2014. Er lebt in Zürich.
Produktinformation
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: btb Verlag (8. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442739039
ISBN-13: 978-3442739035
Größe und/oder Gewicht:
12,1 x 2 x 18,9 cm
Durchschnittliche Kundenbewertung:
3.8 von 5 Sternen
26 Kundenrezensionen
Amazon Bestseller-Rang:
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Lukas Bärfuss schreibt extrem eindrücklich über den Völkermord an den Tutsi („die Langen“) in Ruanda 1994. Er beantwortet die auch aus heutiger Sicht brennenden Fragen: Wie konnte es dazu kommen? Warum hat die Welt einfach zugeschaut, ohne etwas zu unternehmen? Was ist damals konkret passiert? Welche Rolle spielt die Entwicklungshilfe? Bärfuss beschreibt, wie sich aufgrund von staatlicher Propaganda, Halbwissen und Gerüchten die Angst der Bevölkerung in Paranoia und Hass steigert und wie aus den scheinbar Gebildeten gewissenlose Mörder werden. Und man kann erahnen, wie schliesslich sogar Jugendliche und Kinder manipuliert wurden, um ihren Teil am Morden beizutragen.Bärfuss gelingt es, den Leser sehr intensiv am brutalen Geschehen teilnehmen zu lassen, indem er die ganze Geschichte als Rückblick des ehemaligen Entwicklungshelfers David erzählt, der 1990 voller Idealismus aus der Schweiz nach Afrika kam und mit der Zeit von den Realitäten des Landes eingeholt wird. Man kann gut nachvollziehen, wie dieser sich gegen die neuen Realitäten wehrt, weil sie seinen Lebenserfahrungen und seinen Wertvorstellungen völlig widersprechen. Und man leidet mit ihm, als diese Wirklichkeit unaufhaltsam über ihn hereinbricht und er selbst dabei in die grössten Schwierigkeiten gerät, weil er nicht wie all die anderen Feiglinge wegrennen will. Arbeitskollegen, Freunde, Nachbarn, seine grosse Liebe: alles steht auf dem Spiel, als das Chaos und die Hölle losbrechen: in 100 Tagen wurden fast 1 Mio. Menschen erschlagen, erstochen, niedergemetzelt. Schliesslich gerät sogar David selbst in den Sog von Angst und Hass. Kein schönes Thema, aber mit kraftvollen Worten und schnellem Erzählfluss äusserst spannend inszeniert, so dass das Buch nicht nur diese Tragödie aufarbeitet und Wissen vermittelt, sondern auch sehr lesenswert ist.(210 Seiten)
Über Inhalt und Stil wurde in den bisherigen Rezensionen ausführlich berichtet und ich stimme dem voll zu. Ich habe das Buch als Vorbereitung meiner Reise nach Rwanda gelesen und es war vielleicht das Beste, was ich dazu lesen konnte. Wer den Bericht "Handschlag mit dem Teufel" kennt, weiß dazu noch, wo Bärfuss die eine oder andere Episode seiner Erzählung entnommen hat.Das Buch hat zwei Seiten: erstens ist es literarisch sehr gut - Graham Greene lässt grüßen. Zweitens hilft es der Annäherung an das Unmögliche. Den Vorlauf und den Vollzug eines Genozids verstehen zu wollen, v.a. die Akteure darin, scheint mir prinzipiell der Vernunft komplett verschlossen. Nur Erzählungen wie diese geben einem die Möglichkeit, etwas Unverständliches überhaupt an-denken zu können.Der Roman hat mir den ersten Anstoß gegeben, nicht verstehen zu wollen, sondern "nur" Linien und Erfahrungen nachzugehen. Außerdem hilft die Lektüre, das Bedürfnis einer Täter-/ Opfer-Festlegung erst gar nicht anzufüttern.Fazit: egal, ob man sich für Rwanda interessiert oder nicht - der Roman ist großartig.
Bärfuss erzählt in der Ich-Perspektive die Geschichte eines Schweizer Entwicklungshelfers in Ruanda, der den Genozid an den Tutsis vor Ort miterlebt. Der Roman ist mit politischem und historischem Hintergrundwissen angereichert und spannt den Erzählbogen von der Ankunft des Entwicklungshelfers 1990 im damals vermeintlichen Vorzeigestaat Afrikas über das Wiederaufflackern des Bürgerkriegs und den Genozid 1994 bis hin zum Flüchtlingselend der Hutus nach deren Niederlage im Bürgerkrieg. Bärfuss Roman ist kein Buch über das Abschlachten: Mit den titelgebenden hundert Tagen - sohin dem eigentlichen Wüten der Hutu-Milizen von Anfang April 1994 bis Mitte Juli 1994 - befassen sich gerade mal knappe 25 Seiten des Buches. Vielmehr schildert Bärfuss gut recherchiert die einzelnen Eskalationsstufen und den Weg der Radikalisierung. Diskussionswürdig ist in diesem Zusammenhang auch Bärfuss' Ansatz, den Entwicklungsorganisationen eine Mitschuld am Völkermord anzulasten."Hundert Tage" ist ein politisch-historischer Roman, der jedoch nie ins essayistische abdriftet und sohin leicht lesbar bleibt. Die Rahmenhandlung ist packend erzählt und auch ohne Hintergrundwissen verständlich, wenngleich ein wenig historisches Wissen nicht schadet, um Bärfuss Werk in seiner ganzen Dimension zu begreifen.
Ein wirklich aufwühlendes Buch - keine leichte Kost! Es ist immer wieder unglaublich was für furchtbare Dinge auf unserer Welt geschehen - auf Grund irgendeiner himmelschreienden These oder sonst irgendeiner Hetze - und wie viele Menschen sich instrumentalisieren lassen und "kopflos" mitrennen - beängstigend.
Ein Buch, das aufrüttelt. Was passiert mit unsereren Entwicklungshilfegeldern? Doch die Entwicklungshelfer selbst sind halt auch nur Menschen und darum geht es hauptsächlich in diesem Buch voll Grausamkeiten und Betrug. Wozu der Mensch doch fähig ist!
interessant, man liest ob dieser Autor den Völkermord direkt erlebt hätte. Empfehlenswert für derjenigen, die für den Völkermord in Ruanda interessieren.
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